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Die jüngste Studienfahrt des Kulturvereins Drolshagen führte die 37 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Gerhard Rüsche nach Berlin. Die Gruppe war für eine Woche im schmucken Robert-Tillmanns-Haus, herrlich im Südwesten Berlins in Zehlendorf gelegen, untergebracht.

Das unter dem Hauptthema “Die deutsche Teilung und ihre Überwindung” stehende abwechslungsreiche Programm begann am zweiten Tag mit einem Rückblick auf den Weg in die Katastrophe des 2. Weltkrieges, der schließlich zur Teilung Deutschlands geführt hatte, von der Berlin besonders stark betroffen war. Mit diesem Hintergrund erfolgten ein Besuch des Holocaust-Mahnmals, ein Rundgang über das angrenzende Areal des ehemaligen “Führerbunkers” und eine Besichtigung der eindrucksvollen Ausstellung “Topographie des Terrors” in der Nähe des früheren Reichssicherheitshauptamtes. Nachmittags schlossen sich ein Besuch der Blindenwerkstatt Otto Weidt, eines Beispiels für den Widerstand im 3. Reich, und ein Aufenthalt im Reichstag als zentralem Symbol deutscher Geschichte an.

Am nächsten Tag, der unter dem Motto “Der Weg in die Teilung” stand, wurde eine Exkursion nach Potsdam unternommen, welche anhand mehrerer Besichtigungen die Sowjetisierung der ostdeutschen Gesellschaft nach dem Krieg verdeutlichte. Am Nachmittag wurden bei der Führung im Alliiertenmuseum viele Relikte des Kalten Krieges bestaunt; das Museum zeichnet aber auch den Werdegang der westlichen Alliierten von erbitterten Feinden Deutschlands zu verlässlichen Freunden anschaulich nach.

Am vierten Tag stand das Thema “Leben mit der Teilung” auf dem Programm, das u.a. im Notaufnahmelager Marienfelde, in dem die Flüchtlinge aus der DDR eine erste notdürftige Bleibe fanden, eine Ausprägung fand. In sieben Themenräumen spannt die Ausstellung im einstigen Haupthaus des Lagers den Bogen von der Entscheidung zum Verlassen der DDR bis zur gesellschaftlichen Eingliederung in die Bundesrepublik. Die nachmittäglichen Führungen über den Kurfürstendamm als Schaufenster des Westens, der Gang durch das Brandenburger Tor als zentrales Zeichen der Teilung Deutschlands und die Fahrt zum Denkmal für den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 führten den Mitgliedern der Gruppe das höchst unterschiedliche Leben der Menschen im geteilten Berlin deutlich vor Augen.

Am fünften Tag besichtigte die Gruppe zunächst die 1998 eingeweihte Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, ein sichtbares Beispiel für die fatalen Auswirkungen der SED-Diktatur, und nahm anschließend an einer Gedenkfeier für die Maueropfer in der Kapelle der Versöhnung teil. Die folgenden Führungen durch das Regierungsviertel und das Abgeordnetenhaus von Berlin sowie durch das Botschaftsviertel kennzeichneten überzeugend den Status Berlins vor und nach der Teilung.

Am letzten Aufenthaltstag stand beim Besuch der Stasi-Unterlagen-Behörde der DDR noch einmal die Vergangenheit, die historischen Altlasten der Staatssicherheit, im Vordergrund der Betrachtungen. Anschließend ging es bei der Besichtigung des Areals des ehemaligen Palastes der Republik um aktuelle Architekturdebatten im wiedervereinigten Berlin, bevor für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch ausreichend Zeit für individuelle Aktivitäten blieb.

Vor der Rückfahrt am letzten Tag ließ man in einem lebhaften Gespräch die vergangenen Tage abschließend Revue passieren. Mit vielen neuen Erkenntnissen und Eindrücken kehrten die Gruppenmitglieder nachmittags in ihre Wohnorte im Sauer- und Siegerland zurück.

Gerhard Rüsche

Das Robert-Tillmanns-Haus dankt dem Seminarteilnehmer Gerhard Rüsche für die Erlaubnis, seinen Reisebericht auf unsere Website zu setzen!

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